22 Tipps für bessere Fotos mit dem Handy

Tipps für bessere Handyfotos

In den letzten Jahren hat die Entwicklung der Handys und der eingebauten Kameras eine enorme Entwicklung hingelegt. Klar kann man das nicht mit einer normalen Kamera und schon gleich 3 mal nicht mit der Arbeit eines Fotografen vergleichen, aber dennoch kann man mit relativ einfachen Mitteln ganz coole Bilder machen.

Meine Erfahrung mit der Handyfotografie

Erst vor ein paar Wochen habe ich selbst die Erfahrung mit der Handyfotografie gemacht. Und nein, das klingt jetzt irgendwie so, als hätte ich vorher bislang noch nie ein Bild mit dem Smartphone aufgenommen. Natürlich habe ich das. Was ich eigentlich meine ist, dass ich mein erstes Shooting mit nur einem Smartphone hatte. Wie das passiert ist? Ganz einfach: Corona. Meine Freundin in Madrid ist schwanger und ich konnte einfach nicht zu ihr fliegen. Eigentlich hatte ich mich ja gegen diesen aufkommenden Hype der sogenannten “Skypeshootings” gestreubt. Aber wenn man unbedingt seiner Freundin die Freude mit Babybauchbildern machen möchte, gehen einem dann schon schnell die Möglichkeiten aus. Ich habe länger recherchiert und bin dann auf eine App gestoßen, mit Hilfe derer man einen virtuellen Raum eröffnet und ich auf Distanz ihre Handykamera bedienen und auslösen kann. Geil, dass es sowas gibt! Gesagt getan, haben wir uns an die Planung gemacht. Es sei euch gesagt, wer sowas mal probieren will, plant Zeit ein. Wir haben 3 Mal so lange gebraucht wie für ein normales Shooting. Derjenige, der die Kamera positionieren muss sieht nicht, was ich sehe, da man mit der hinteren Handykamera arbeitet, während das Handy an einem Glas fixiert ist, damit man es einfach überall hinstellen kann.

Wen das Experiment mehr interessiert, kann gerne auch mal das Making Of Video dazu anschauen. Ich denke, man bekommt einen kleinen Eindruck davon, wie es abgelaufen ist.

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Mein Fazit ist auf jeden Fall positiv. Es hat die Kreativität angeregt und mir ermöglicht, trotz der Distanz zu fotografieren und die Ergebnisse sind echt cool geworden. Aber! ja, es kommt ein aber.. man hat nicht die gleichen gestalterischen Möglichkeiten wie bei einer traditionellen, guten Kamera. Die Qualität lässt je nach Handy auch zu wünschen übrig. Drucken und an die Wand hängen wird da eher schwieriger. Das sollte einem bewusst sein.
Aber jetzt kommen wir auch endlich mal zu meinen Tipps für bessere Fotos mit dem Smartphone.

Grundsätzliche Tipps für die Fotografie mit dem Handy

Saubere Handykamera-Linse

Klingt banal? Ist es auch. Aber bedenkt, dass die Linse des Handys keinen Objektivdeckel zum Schutz hat und man permanent mit seinen fettigen Fingern dran herumgrabscht. Das soll nicht heißen, dass ihr eure Hände nicht wascht, aber man hat eben generell von Natur aus etwas fettige Finger, die eben ihre Tapser hinterlassen. Wenn man dann ein Foto mit der dreckigen Linse hat, sieht es oftmals milchig aus. Nehmt euch also am Besten ein Mikrofasertuch und säubert die Smartphone Kamera vor dem Benutzen. Zeit, in der man sich auf sein Motiv und die Bildgestaltung konzentrieren kann. Glaubt mir, das macht schon viel aus, wenn man nicht einfach nur eben mal rumknippst.

Fotografiere mit 2 Händen

Einfach umzusetzen oder? Aber wieso sollte ich mit beiden Händen fotografieren?
Wer mit einer Hand fotografiert, ist weniger stabil und ruhig. Schnell kommt es zu Verwacklungen. Zudem nimmt man sich für sein Foto gezwungener Maßen mehr Zeit, wenn man mit beiden Händen fotografiert

Möglichkeiten deines Handys ausnutzen

Die neueren Handymodelle haben mittlerweile super viele Einstellungsmöglichkeiten. Nimm dir Zeit und schau mal, was das Handy so alles kann. Einige Modelle können die Dateien sogar im RAW Format abspeichern. Das ist quasi das digitale Pendant zum analogen Negativ. Nutze diese Möglichkeiten, so hast du viel mehr Möglichkeiten hinterher das Bild noch zu bearbeiten.

Speicherplatz

Mein Handy ist immer auf Anschlag, immer voll. Geht’s euch auch so? Verheerend, wenn ihr eigentlich gerade unterwegs und dabei seid, etwas zu fotografieren. Also, räumt regelmäßig mal auf und stellt sicher, dass genug Speicherplatz vorhanden ist.

Technische Tipps

Möglichkeiten deines Handys ausnutzen

Bildqualität einstellen

Wie weiter oben schon erwähnt, kann man bei den meisten Smartphones die Bildqualität einstellen. Von ganz klein bis hin zu RAW Formaten ist oftmals vieles möglich. Schau, was dein Handy so kann und fotografiere wenn möglich im RAW Format, wenn du hinterher die Bilder auch noch mit einer Handy App wie Lightroom Mobile bearbeiten willst.

Nicht blitzen

Ganz oft ist beim Handy der automatische Blitz voreingestellt. Mache ihn am Besten aus. Selten führt er dich zu besseren Ergebnissen, vor allem nicht, wenn du nicht weißt wann und wie du ihn richtig einsetzen kannst. Jeder von euch kennt die scheußlichen Blitzer Bilder, oder? Der Blitz des Smartphones trifft auf das, was du da gerade fotografierst direkt frontal. Das lässt das Foto oft grell und “dreckig wirken”, gerade bei Nacht. In manchen Situationen kann man sich den Blitz zu Nutze machen, um Objekte oder Schatten aufzuhellen. Vielleicht probierst du da einfach mal rum, was wann besser funktioniert.

Nicht zoomen

Es liegt nahe, den Zoom am Handy einzusetzen, wenn man näher an sein Objekt herankommen will. Ich würde es aber nicht empfehlen. Herangezoomte Objekte werden häufig verpixelt oder verwackelt. Wenn du nicht näher zum Objekt gehen kannst, dann nimm ohne Zoom auf und wähle hinterher beim Bearbeiten den gewünschten Bildausschnitt.

Manuell fokussieren

Wieso alles der Technik überlassen? Die weiß doch gar nicht, worauf es euch ankommt. Stelle bewusst manuell scharf und wähle selbst, was genau scharf gestellt werden soll. Ansonsten übernimmt das das Handy für dich und wird nicht immer richtig liegen.

Manuelle Belichtung einstellen

Gleiches Thema wie im Punkt darüber. Für ein Bestmögliches Ergebnis, stelle die Belichtung manuell ein. So nimmst du dein Bild schon so auf, wie es sein soll bzw. du es möchtest und musst es nicht hinterher in der Bildbearbeitung machen. Das führt gerade bei Handybildern zu Qualitätsverlust.

Wusstest du, dass es Zubehör für Handys gibt?

Wenn du etwas mehr mit dem Handy spielen willst, kannst du dich ja mal nach Zubehör fürs Handy umschauen. Zum Beispiel gibt es extra Objektive-Aufsätze für Smartphones.
Für die Selfie-Fotografie empfiehlt sich ein Fernauslöser sowie ein Handystativ. So kannst du ganz easy Bilder von dir selbst machen. Und wer es etwas extravaganter wünscht: Das Unterwasser Case für die Handykamera.

Tipps zur Bildgestaltung

Auf die Perspektive kommt es an

Versuche mal, andere Perspektiven einzunehmen, als direkt frontal im Stehen. Menschen sehen oft von leicht oben vorteilhaft aus. Menschen von Unten zu fotografieren solltest du tendenziell vermeiden oder zumindest die Person nicht nach Unten schauen lassen. Top dich aus. Eine außergewöhnliche Perspektive macht oftmals das Bild viel interessanter.

Beachte die Drittel-Regel

Hä, was für eine Regel soll ich beachten?
Als einfache Gedankenstütze für die Bildgestaltung gibt es die sogenannte Drittel-Regel. Dabei ziehst du zwei vertikale sowie zwei horizontale Linien ins Bild, die das Bild in 9 gleichgroße Teile teilen. Dann positioniere das Objekt, was du fotografieren möchtest, auf einem der Schnittpunkte, bei dem sich zwei Linien kreuzen. Schau mal, ob dein Smartphone vielleicht sogar diese Hilfslinien einblenden kann. Manche Handys können ein Gitternetz einblenden, welches sich über die Bildvorschau legt. So hast du es einfacher und musst dir die Linien nicht ins Bild denken.

Drittel-Regel

Gerader Horizont

Achte darauf, dass der Horizont gerade ist oder richte ihn mit einer Handy-App hinterher gerade. Ein gerader Horizont wirkt auf den Betrachter ruhig und ausgeglichen.

Nutze das Licht für dich

Natürliches Licht ist toll und bietet dir so viele Möglichkeiten, damit zu spielen. Vermeide zur Mittagszeit, Menschen in der prallen Sonne zu fotografieren. Das gibt gleich so unschöne Augenringe und Schatten im Gesicht. Wenn du hingegen unter einen Baum gehst, bekommt die Person trotzdem noch ein schönes, weiches Licht ab. Das schmeichelt sehr. Wenn du eine weiße Hauswand oder einen hellen Boden hast, nutze das zu deinem Vorteil. Die Flächen, auf die das Licht trifft, reflektieren das Licht und zwar auch in der Farbe der Oberfläche. Nimm also keine rote oder grüne Hauswand 😉 Das reflektierte Licht einer Hauswand zum Beispiel ist super soft und perfekt für Portraitaufnahmen. Probiere es doch mal aus 🙂

Konzentriere dich auf dein Objekt

Oftmals wirken Bilder, auf denen nur ein Objekt im Fokus steht. Meist füllt es auch nicht das komplette Bild aus, sondern orientiert sich an der oben beschriebenen Drittel-Regel.
Pack also nicht zu viel ins Bild. Weniger ist oftmals mehr.

Negativraum – was ist das?

Und genau hier knüpfen wir am Punkt davor an. Nutze Negativraum. Aber was ist das? Na ja das ist jetzt nicht – nicht vorhandener Raum. Sondern damit wird ungenutzte oder leere Fläche um ein Objekt herum bezeichnet. Der Negativraum hilft dir dabei, dass dein Objekt im Bild hervorsticht und schön in Szene gesetzt wird. Du möchtest dein Essen fotografieren? Probiere es doch mal von oben auf einem leeren Tisch (in diesem Fall der Negativraum). Auch wenn du zu Hause deine Kinder fotografieren möchtest ist hier eine klare Empfehlung: Je aufgeräumter der Fleck, wo du fotografierst und je weniger herumsteht, desto besser. Es wirkt direkt cleaner und es lenkt nichts auf dem Bild von deinen Kindern ab.

Interessante Bilder mit Spiegelungen

Ich liebe Spiegelungen. Damit kann man so viel spielen! Probiere es doch auch mal aus. Zum Beispiel mit Pfützen 🙂

Führende Linien einsetzen

Führende Linien sind Linien, die den Blick des Betrachters lenken. Gut eingesetzt machen dein Bild direkt zum Hinkucker. Fotografiere doch mal eine Treppe hinunter, die im Kreis abwärts führt und positioniere jemanden unten. Du wirst sehen, durch die Linienführung der Treppe fällt der Fokus und der Blick direkt auf die Person.

Symmetrie

Oh, genau mein Thema. Ich liebe Symmetrie. Das menschliche Auge findet alles, was symmetrisch ist, schön. Warum? Keine Ahnung, ist aber so. Setz es doch mal ein und mach dir selbst eine Meinung darüber.

Farben

Farben sind nicht ganz unwichtig. Denn sie können ganz leicht ablenken. Schau, dass gerade in der Peoplefotografie, dezente Farben verwendet werden, die zusammen passen. Wenn jemand mit einem knallorangenen Pullover da steht kann ich garantieren, dass man nur noch ihn auf dem Bild sieht und es insgesamt unharmonisch wirkt.

Momentaufnahmen anstatt gestellte Bilder

Als Reportagefotografin muss ich das ja sagen 😉 Aber mal ernsthaft. Ich nehme nicht an, dass ihr Models vor der Kamera habt. Viele Menschen fühlen sich unwohl, wenn sie fotografiert werden oder verfallen in ein unnatürliches Posing. Als professioneller Fotograf muss man natürlich auch anleiten können, aber ich gehe davon aus, dass du das nicht bist, wenn du diesen Blogpost liest. Und generell sind einfach natürliche Momentaufnahmen einfach super schön. Sie erzählen eine Geschichte.

Bildbearbeitung

Wer jetzt noch ein wenig mehr aus seinen Bildern rausholen und ihnen einen coolen Look verpassen will, kann die Bilder im Nachhinein natürlich auch am Handy bearbeiten. Eine Flut an Apps gibt es sowohl für Android als auch Apple Handys. Ich zum Beispiel nutze Lightroom Mobile. Aber auch Instagram bietet verschiedene Filter oder Pho.to VSCO oder Snapseed. Die App Foodie wurde speziell für Essensfotos entwickelt.
Ich werde demnächst noch ein Video dazu aufnehmen, wie ich meine Handybilder mit Lightroom Mobile bearbeite. Wenn dich das interessiert, abonniere auch gerne meinen Youtube-Kanal um nichts zu verpassen.

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